Engagement-Botschafterin 2016

Maxi Kluttig, DAMF - Deutschkurse Asyl Migration Flucht aus Dresden

„Es bereitet mir sehr viel Freude, mich ehrenamtlich zu engagieren. Ich versuche, durch die Tätigkeit bei DAMF einen Teil zu einer gelingenden Integration beizutragen. DAMF als Initiative, in die sich zahlreiche Ehrenamtliche einbringen, leistet auf diesem Gebiet in Dresden einen wichtigen Beitrag.“

Maxi Kluttig lebt seit drei Jahren in Dresden und studiert dort Politik- und Kommunikationswissenschaft. Vor acht Monaten ist sie auf die Initiative DAMF aufmerksam geworden.
Geflüchtete müssen sehr schnell nach ihrer Ankunft in Deutschland Kenntnisse der deutschen Sprache erlangen, um Behördengänge, Arztbesuche, Einkäufe und andere Anforderungen des Alltrags im neuen Land meistern zu können. Diese wichtigen Kenntnisse der deutschen Sprache vermittelt die Projektgruppe DAMF (Deutsch Asyl Migration Flucht), ein Projekt des Auländerrates Dresden e.V., den Neuankommenden in Dresden kostenlos. Die Menschen, die sich bei DAMF engagieren, schließen damit eine Lücke, denn solange das Asylverfahren läuft  und noch kein Aufenthaltstitel erteilt wurde, steht nur einem Teil der Geflüchteten der Weg zu einem staatlich finanzierten Deutschkurs offen.
Maxi Kluttig unterrichtet momentan wöchentlich acht Geflüchtete aus Afghanistan in einem Alphabetisierungskurs und betreut die internen Kommunikationskanäle mit denen sich die LehrerInnnen untereinander austauschen können. Sie freut sich sehr, den vielen Engagierten, die sich bei DAMF einbringen, als Engagementbotschafterin der Aktionswoche ein Gesicht geben zu können.

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Interview

Maxi Kluttig im Interview

Engagement macht stark!: Bitte ganz konkret: Was ist DAMF und wie sind Sie auf die Idee gekommen, sich dafür zu engagieren?

Maxi Kluttig: DAMF ist eine Dresdner Initiative von Freiwilligen, der Name steht abgekürzt für: Deutschkurse Asyl Migration Flucht. Die Ehrenamtlichen setzen sich bei DAMF gemeinsam für kostenlose Sprachkurse für Geflüchtete ein, die, zum Beispiel  aufgrund eines noch laufenden Asylverfahrens, keinen Anspruch auf einen staatlichen Sprachkurs haben. Die Kurse finden über das gesamte Stadtgebiet verteilt statt, es wird immer zweimal wöchentlich in unterschiedlichen Niveaustufen unterrichtet. Aufgrund der unvorhersehbaren Entwicklungen ist        auch DAMF immer im Wandel, momentan kümmern wir uns vermehrt um die Weitervermittlung der Geflüchteten in Integrationskurse.

Auf der Suche nach einer Möglichkeit, mich gesellschaftlich in Dresden einzubringen, hat mich eine Freundin auf DAMF aufmerksam gemacht. Da die Initiative immer nach Mitstreitern sucht, wurde ich schnell ein Teil von DAMF. 

Engagement macht stark!: Engagement bedeutet auch Verantwortung: Prüfen Sie eigentlich die Qualifikation von Möchtegern-LehrerInnen – und weisen Sie auch mal jemanden ab?

Maxi Kluttig: Es bedarf keiner speziellen fachlichen Qualifikation, um bei DAMF dabei zu sein und zu unterrichten. Wichtig ist, dass sich die neuen LehrerInnen über den Zeitaufwand und die Verantwortung bewusst sind, wenn sie bei DAMF einen Kurs als feste Lehrperson übernehmen. Eine Einführung gibt es natürlich trotzdem: Bevor jemand einen Kurs bekommt, gibt es Treffen zum gegenseitigen Kennenlernen und einen Crashkurs im Bereich Methoden und Didaktik. Dieser mehrteilige Einstiegsprozess führt zu einer Selbstselektion unter den LehrerInnen.

Engagement macht stark!: Was wäre Ihrer Meinung nach die wichtigste politische Maßnahme im Sinne Ihres Engagements?

Maxi Kluttig: DAMF fordert, dass Asylsuchende grundsätzlich ein Anrecht auf staatliche Deutschkurse haben sollten – unabhängig vom Status ihres Asylverfahrens. Denn wenn alle Asylsuchende über staatliche Kurse schnell Deutsch lernen können, kann sich DAMF in Dresden noch mehr auf persönlicher Ebene um Geflüchtete kümmern und zu ihrer erfolgreichen Integration beitragen. 

Engagement macht stark!: Ihr wichtigstes Erfolgserlebnis in Ihrem Engagement?

Maxi Kluttig: Es sind vor allem die kleinen Erfolgserlebnisse, die mich in der Summe glücklich machen. Es ist wunderbar, die Fortschritte der Kursteilnehmer zu sehen und sich mit ihnen darüber zu freuen. Für die Geflüchteten ist es eine große Herausforderung, Deutsch zu lernen. Ich freue mich auch immer wieder, wenn ich meinen Kursteilnehmern in der Stadt begegne, wir uns begrüßen und kurz über das Leben austauschen.