„Bürgerschaftliches Engagement ist der Motor der Integration“

Interview des BBE mit BAMF-Präsidentin Jutta Cordt anlässlich der Woche des bürgerschaftlichen Engagements

Frau Cordt, als 2015 die Flüchtlingszahlen stiegen, hat Deutschland eine Welle der Hilfsbereitschaft erlebt. Hat Sie diese, nicht selten spontane, Bereitschaft zum bür-gerschaftlichen Engagement überrascht?

Ich bin beeindruckt von der Hilfsbereitschaft und der Unterstützung, die Schutzsuchende durch die Menschen in Deutschland erfahren. Ehrenamtliche sind eine tragende und unverzichtbare Säule der Integration. Deswegen fördert das Bundesamt zahlreiche Integrationsprojekte finanziell – z.B. interkulturelle Cafés oder auch die Arbeit in Sportvereinen.

Welche Bedeutung hat bürgerschaftliches Engagement für die Integration? 

Bürgerschaftliches Engagement ist der Motor der Integration. Das Ehrenamt bringt Zugewanderte und Beheimatete näher zusammen. So erhalten Zugewanderte Zugang zur Gesellschaft. Aufgrund dieser entscheidenden Rolle des bürgerschaftlichen Engagements für den Integrationsbereich ist uns auch dessen Förderung ein besonderes Anliegen. 

Wie fördern Sie zum Beispiel? 

Wir fördern Integrationsprojekte, in denen Ehrenamtlichen durch hauptamtlich Mitarbeitende unterstützt werden. Wir fördern auch Schulungen für Multiplikatoren, die den Ehrenamtlichen zusätzliches Know-how für ihre Arbeit vermitteln – beispielsweise zu Themen wie Vereinsmanagement oder Flüchtlingsarbeit. 2017 standen dafür so viele Fördermittel zur Verfügung wie nie zuvor.

Daneben suchen wir nach neuen Wegen, um das bürgerschaftliche Engagement zu unterstützen. So erproben wir bundesweit 14 „Houses of Resources“. Diese Häuser stellen unbürokratisch und flexibel Ressourcen und Leistungen für kleinere Migrantenorganisationen oder andere integrativ tätige Organisationen zur Verfügung – sei es in Form von Beratung, Räumen oder finanziellen Mitteln.

Bietet das Bundesamt auch jenseits von Projektförderungen und Schulungen weitere Unterstützung für die Arbeit von Ehrenamtlichen?

Wir stellen zahlreiche kostenlose Informationsmaterialien zur Verfügung, die Ehrenamtliche für ihre Arbeit nutzen können – sowohl zum Asylprozess als auch zu den Integrationsmaßnahmen. Zu den Klassikern gehören mittlerweile die Broschüre „Willkommen in Deutschland“ für Zugewanderte oder die App „Ankommen“ für Geflüchtete, die beide Wissen über das Leben in Deutschland vermitteln. Diese Materialien werden geschätzt  und häufig bei uns angefragt.

Wie arbeiten Sie aktuell mit dem BBE zusammen?

Wir sind Mitglied im Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement und beteiligen uns aktiv an der Arbeitsgruppe „Migration, Teilhabe, Vielfalt“. Hier nehmen wir regelmäßig wichtige Impulse für unsere Arbeit und Ideen, wie wir Ehrenamtliche noch besser unter-stützen können mit. Außerdem fördern wir aktuell auch ein spannendes Projekt mit dem BBE, in dem es darum geht, etablierte Kultureinrichtungen interkulturell zu öffnen. 

Gibt es eine Botschaft, die Sie den freiwillig Engagierten mit auf den Weg geben möchten?

Ich bin Ihnen sehr dankbar für Ihr Engagement und möchte Ihnen sagen, dass das Bundesamt Ihr Partner im Integrationsbereich ist. Wir bieten vielfältige Möglichkeiten, Sie in Ihrer Arbeit zu unterstützen. Ich lade Sie ein, sich auf unserer Webseite über unsere Angebote zu informieren und diese zu nutzen.