Die Debatten über Flucht, Vertreibung und Migration haben in allen gesellschaftlichen Milieus an Intensität gewonnen und eine Welle der Unterstützung für Flüchtlinge als zivilgesellschaftliche Willkommenskultur erzeugt.

Eine zentrale Aufgabe für nationale und europäische Politik ist es, alle politischen, diplomatischen und ökonomischen Maßnahmen zu treffen, um zu verhindern, dass Menschen in den Krisen- und Kriegsgebieten dazu gezwungen sind, ihre Heimat, ihre Besitztümer und ihre Lebensverhältnisse zu verlassen.

Eine weitere zentrale Aufgabe der Politik ist die nachhaltige Integration von Flüchtlingen und Migranten. Ohne das Engagement der Zivilgesellschaft wird diese nicht zu realisieren sein. Dabei ist das Gelingen von Integration auch eine wesentliche Herausforderung der Demokratie, denn es zeichnet sich deutlich ab, dass Integrations- und Fremdenfeinde sich zu Protagonisten des „wahren Volkswillens“ stilisieren und Partizipationsforderungen für sich zu instrumentalisieren suchen.

Anknüpfend an die Thementage des Jahres 2015, „Internationales Engagement“ und „Demokratie und Vielfalt“ wird der Thementag „Migration und Engagement“ 2016 in der Woche des bürgerschaftlichen Engagements die Formen und die Vielfalt des Engagements für Integration sichtbar machen und würdigen. Das betrifft insbesondere auch das Engagement für und von Geflüchteten.

Die Spontanität der Hilfsbereitschaft ist eine Herausforderung für die großen Hilfsorganisationen, aber auch für die lokalen, regionalen und überregionalen Netzwerkstrukturen der Zivilgesellschaft. Die vielen Initiativen, das vielfältige Engagement vor Ort, in Städten und Gemeinden, in Vereinen und Verbänden bringen Bewegung in die Debatte um eine gelingende Integration Geflüchteter.

Damit stellen sich Fragen an Infrastruktur und Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges Engagement: Wie breit kann die Palette des Engagements angelegt sein? Wo gibt es Probleme? Was kann vorbildlich wirken? Was „schaffen“ Engagierte und wo droht Überforderung? Welche Aufgaben kommen auf Politik und Netzwerke zu? Welche Unterstützungsbedarfe hat das Engagement für und mit Geflüchteten? Welche Bedeutung haben die Formate der Paten, Lotsen und Mentoren und welche Unterstützung benötigen sie?