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Herr Yogeshwar, Sie haben
experimentelle Physik studiert und sind Moderator von Sendungen wie „Quarks
& Co“ sowie „Wissen vor 8“. Wie kann bürgerschaftliches Engagement helfen,
Kindern und Jugendlichen Wissenschaft näherzubringen?
Bevor ich diese Frage stellen würde, muss die Gesellschaft
begreifen, dass Kinder und Jugendliche besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. Dazu
gehören solche elementaren Dinge, wie Bildung und Chancengleichheit. In der
Kinder- und Jugendstiftung Hennef ist nicht die Vermittlung von Wissen
vordergründiges Anliegen, sondern das Hauptaugenmerk liegt auf einer Gleichheit
der Chancen. Die gesellschaftliche Aufgabe muss breiter angelegt werden. So
arbeiten in der Stiftung zum Beispiel ein Kinderarzt und eine Jurististin, um
das Anliegen vielfältiger zu gestalten.
Sie haben u.a. in Luxemburg und in der Schweiz gelebt.
Was kann bürgerschaftliches Engagement leisten, um die Herausforderungen einer
immer größer werdenden europäischen Staatengemeinschaft zu bewältigen?
Man muss begreifen, dass auch große Räume immer größer
werden, viele Unternehmen operieren in einem globalen Zusammenhang. Doch die
Region ist in der Wahrnehmung der Menschen am größten. Jeder einzelne Mensch
muss die Chance ergreifen, sich in der Region, in der er wirkt, zu engagieren.
Aber dies hängt immer von der Kultur ab. In manchen Kulturen ist das
bürgerschaftliche Engagement stärker ausgeprägt, in anderen schwächer. Zum
Beispiel gehört es bei amerikanischen Großverdienern zum guten Ton, sich zu
engagieren. In einer Gesellschaft muss Engagement eine Selbstverständlichkeit
sein. Fehlendes Engagement führt zu Irritationen. Es sollte nicht nur heißen:
„Das ist mein Haus, meine Yacht, mein Auto.“ Eine weitere Karte muss lauten:
„Das ist mein Engagement“.
Wie können neue Medien, insbesondere das Internet, das
Potential von Engagement fördern?
Schaut man im Internet genauer hin, gibt es kluge Methoden
der Verknüpfung, vor allem im kommerziellen Bereich. Man nehme zum Beispiel
ebay und Amazon - es ist ein Suchen und Finden. Wird das auf den Bereich des bürgerschaftlichen
Engagements übertragen, kann sich ein System des gegenseitigen Austauschs
etablieren. Das Internet hat den Charme, relativ einfach vernetzte Strukturen
zu begünstigen. Bürgerschaftliches Engagement lebt von Vernetzungen. Deutlich
wird das an ehrenamtliche Gruppen, die noch nie so gut im Kontakt miteinander
standen wie mit Hilfe des Internets.
Sie unterstützen seit Jahren zahlreiche Projekte wie das Hilfsprojekt
für Minenopfer in Kambodscha und sind Mitbegründer der Kinder- und
Jugendstiftung Hennef. Was motiviert Sie zu diesem Engagement?
Für mich ist Engagement Bestandteil des bürgerlichen
Daseins. Als Mitglied der Gesellschaft muss man schauen, was die anderen
machen. Besonders diejenigen, die stark sind, sollten mit ihrem Know-How und
ihren Fähigkeiten dazu beitragen, dass die gesamte Gesellschaft profitiert.
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