SEA-WATCH - Zivile Seenotrettung von Flüchtenden

Sea-Watch e.V. ist das Ergebnis einer privaten Initiative, die sich der zivilen Seenotrettung von Flüchtenden auf See verschrieben hat. Seit dem 19. Mai 2015 gibt es den Verein Sea-Watch e.V., der als Rechtsträger die Arbeit verantwortet.
Angesichts der sich seit Jahren verschärfenden humanitären Katastrophe mit tausenden von Toten im Mittelmeer entstand 2014 die Idee für das Projekt Sea-Watch. Im Frühjahr 2015 wurde ein alter Fischkutter gekauft und für den Einsatz zur Seenotrettung vor der libyschen Küste umgebaut. Im November 2015 folgte die Erweiterung unseres Einsatzes auf die Ägäis-Insel Lesbos. Im Dezember 2015 kauften wir mit Spendengeldern ein größeres und besser geeignetes Schiff für den Einsatz im zentralen Mittelmeer vor Libyen, um die Mission im zentralen Mittelmeer von Malta aus wieder aufzunehmen.
Im Sommer 2017 weitete die sogenannte Libysche Küstenwache, die von der Europäischen Union personell wie finanziell unterstützt wird, ihre Hoheitsgebiete rechtwidrig auf 74 Seemeilen aus und begann innerhalb dieser Zone damit, zivile Seenotrettungsschiffe offen zu bedrohen. Eine Konsequenz dieser Drohungen war, der Rückzug verschiedener Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen aus dem zentralen Mittelmeer. Das in Folge dieses Rückzuges entstandenes Defizit an Rettungsschiffen und das immer aggressiver werdende Verhalten der sogenannten Lybischen Küstenwache bewegte uns im Frühsommer 2017 zu der Entscheidung, erneut das Schiff zu wechseln, und wir kauften die größere Sea-Watch 3. Diese bietet uns seitdem nicht nur eine größere Rettungskapazität, sondern auch einen besseren Schutz für unsere Crew und die Schiffbrüchigen. Außerdem betreiben wir seit 2017 zusammen mit der Human Pilots Initiative unser Aufklärungsflugzeug „Moonbird“, das uns eine gezieltere Ortung der Boote und eine bessere Koordination der Rettungseinsätze ermöglicht.
Mithilfe von vielen Spenden und zahlreichen ehrenamtlichen Aktivisten und Aktivistinnen, die das Projekt in Deutschland aufbauten oder sich als Crewmitglieder im Mittelmeer auf einem unserer Einsätze engagierten, konnten wir seit Juni 2015 tausende Menschen vor dem Ertrinken retten.
Kernforderung unserer Arbeit ist das Etablieren von legalen und sicheren Fluchtwegen nach Europa, um das Sterben auf dem Mittelmeer endlich zu beenden. Da sich eine politische Lösung im Sinne einer #safepassage im Moment nicht abzeichnet, haben wir unseren Aktionsradius erweitert und adaptieren unsere Einsatzstrukturen hochfrequent an aktuelle politische Entwicklungen.
Seit der Entstehung von Sea-Watch sind viele engagierte Freiwillige aus ganz Deutschland eng an der Projekt-Organisation und Umsetzung beteiligt. Dazu gehören u.a. Kapitäne, Ärzte, Mechaniker, Anwälte, Sozialarbeiter, Journalisten, Übersetzer und Berater aus verschiedenen Bereichen. Engagieren kann man sich als Crewmitglied auf einem Boot/Schiff sowie an verschiedensten Aktionen wie dem Umbau der Schiffe oder Soli-Veranstaltungen.

Die Initiative verfolgt folgende Ziele:

  • Menschenleben retten: Mit begrenzten Mitteln wird man nicht verhindern können, dass weiterhin Flüchtlinge im Mittelmeer sterben. Aber jedes einzelne durch die Initiative gerettete Leben ist ein Sieg und ein Zeichen der Menschlichkeit.

  • Öffentlichkeit herstellen: Sea-Watch ist im zentralen Mittelmeer und in der Ägäis vor Ort und rückt durch die Übertragung und Veröffentlichung von Berichten, Bild- und Videomaterial das Schicksal der flüchtenden Menschen in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Die deutsche Bevölkerung soll für die Geschehnisse sensibilisiert werden und Druck auf die politisch verantwortlichen Entscheidungsträger ausüben.

  • Nachahmer/innen suchen: Es gibt viele Möglichkeiten, tätig zu werden. Sea-Watch will mit ihrer Aktion andere Menschen ermutigen, selbst zu handeln. Allen, die fragen, werden Erfahrungen zur Verfügung gestellt.

Kontakt:
Sea-Watch e.V.
c/o dka-Anwälte
Immanuelkirchstraße 3-4
10405 Berlin
Deutschland
info@sea-watch.org

www.sea-watch.org

Kategorie: Initiative/ Verein
Bundesland: Berlin

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