SONDER-INFOLETTER "ENGAGEMENT IN DER ALTERNDEN GESELLSCHAFT" (19.09.2014)

Liebe Leserinnen und Leser,

Sie erhalten heute den ersten  SONDER-INFOLETTER

ENGAGEMENT IN DER ALTERNDEN GESELLSCHAFT

anlässlich des Thementages der diesjährigen zehnten „Woche des bürgerschaftlichen Engagements“ (12. bis 20. September 2014).

Diese SONDER-INFOLETTER bieten Ihnen vertiefende Informationen und Diskussionsansätze zu den drei Thementagen der Aktionswoche. Der Thementag ENGAGIERT FÜR INKLUSION  hat am 17. September 2014, und der Thementag ENGAGEMENT IN KLEINEN UND MITTLEREN UNTERNEHMEN am 15. September 2014 stattgefunden.  Die Informationspakete enthalten jeweils zwei Interviews mit markanten Positionen zum Thema und stellen Projekte und Veranstaltungen aus der Praxis vor.

Alle drei SONDER-INFOLETTER werden an die Abonnenten des INFOLETTERS der Woche des bürgerschaftlichen Engagements und einmalig auch über den Verteiler des BBE-Newsletters versandt.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre!

Berlin, den 19. September 2014

PD Dr. Ansgar Klein, Geschäftsführer des BBE
Henning Fülle, Redakteur

INHALT

Einleitung
Fragen an Loring Sittler, Leiter des Generali Zukunftsfonds
Fragen an Wolfgang Gründinger, Stiftung für die Rechte der nachwachsenden Generationen
Portraits von Engagementprojekten in der alternden Gesellschaft

Einleitung

Lebenserfahrung gegen Versorgung? Engagement in der alternden Gesellschaft

Die demografische Entwicklung in den postindustriellen Gesellschaften Westeuropas wird vor allem unter dem Gesichtspunkt ihrer „Alterung“ als „Problem“ – oder neutraler formuliert: als „Herausforderung“ – angesehen. Sinkende Geburtenraten und steigende Lebenserwartung führen zu einer „(Über)alterung“ der Gesellschaft. Die Pflege und Versorgung der wachsenden Anzahl älterer Menschen ist zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe geworden. Grund dafür ist, dass sich die familialen oder auch lebensgemeinschaftlichen Strukturen seit Jahrzehnten auflösen. An ihre Stelle sind die Sozialsysteme getreten, die aber angesichts der zitierten demographischen Entwicklungen an ihre Grenzen stoßen. In der Aufgabe dem wachsenden Anteil der alten Menschen ein würdiges Leben zu garantieren, findet das ehrenamtliche, freiwillige Engagement traditionell ein weites Tätigkeitsfeld.

Der „demografische Wandel“ betrifft keineswegs nur die alternde Bevölkerung, sondern auch die jungen und die mittleren Generationen. Gleichzeitig handelt es sich nicht nur um problematische Entwicklungen, sondern auch um Chancen gesellschaftlich-kultureller Veränderung und Gestaltung.

Dem Ende der Vollzeit-Berufstätigkeit folgt heute für die Mehrheit der Menschen eine womöglich lange Lebensphase, in der sie über die Energie, das Bedürfnis, vielfältige Kompetenzen und vor allem die Zeit verfügen, sich im Sinne von Teilhabe und ohne materielle Gegenleistung für das Gemeinwesen zu engagieren.
Erst in Ansätzen besteht ein institutionalisiertes System formeller und informeller Bildung für die nachberufliche Phase. Hier liegt ebenso ein umfangreiches Betätigungsfeld für freiwilliges Engagement.

Ein Akzent wird während des Thementages auf den Herausforderungen und Chancen des demografischen Wandels im strukturschwachen ländlichen Raum gesetzt werden.

Zu diesem Thementag findet am 19. September ein BBE-Mittagsgespräch zum Thema "Baustelle demografische Herausforderung: Die Zukunft des Generationenvertrages" in Zusammenarbeit mit BP Europa SE und dem Generali Zukunftsfonds statt.

Fragen an Loring Sittler, Generali Zunkunftsfonds

Herr Sittler, worin bestehen Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen des demografischen Wandels in Europa?

LS: Die Herausforderungen verteilen sich sehr unterschiedlich in den einzelnen Regionen Europas. Allgemein kann man aber folgende gemeinsame „Brennpunkte“ schon heute erkennen:

-          Die dramatische Abnahme an erwerbsfähigen Personen unter 65 Jahre und der schon heute einsetzende Fachkräftemangel

-          Der – zumindest in Deutschland – mindestens in einem vergleichbaren Rahmen steigende Bevölkerungsanteil der Personen über 65 Jahre mit weiter steigender Lebenserwartung, was das gesetzliche Rentensystem sehr beanspruchen wird

-          Der stark wachsende Anteil der (teilweise pflegebedürftigen) Hochaltrigen, die Teilhaberechte haben, denen wir schon heute nicht wirklich gerecht werden. Verstärkt wird diese Herausforderung durch das zu erwartende Nachlassen des sogenannten informellen Pflegepotentials in den Familien, die heute noch rund 70 Prozent der Pflegeleistungen erbringen.

Lesen Sie hier das vollständige Interview!

zukunftsfonds.generali-deutschland.de/online/portal/gdinternet/zukunftsfonds/content

 

Fagen an Wolfgang Gründinger, Stiftung für die Rechte der nachwachsenden Generationen

Herr Gründinger, was bedeutet für Sie Generationengerechtigkeit?

Generationengerechtigkeit heißt, dass die nachfolgende Generation mindestens die gleichen Chancen auf Befriedigung ihrer Bedürfnisse haben soll, wie die vorgehende Generation. Oder: Unseren Kindern soll es mal besser gehen, zumindest aber nicht schlechter als uns heute.

Lesen Sie hier das vollständige Interview!

generationengerechtigkeit.de

Portraits von Engagement-Projekten in der alternden Gesellschaft

1. Botschafter-Projekt: Stadt Arnsberg - "Mehr Lebensqualität im Alter"

Die Stadt Arnsberg stellt sich den Herausforderungen des demografischen Wandels. Mit ihrem Konzept „Mehr Lebensqualität im Alter“ reagiert die „Fachstelle Zukunft Alter“ auf die veränderten Bedürfnisse des gesellschaftlichen Zusammenlebens als soziale Stadt für alle Generationen

Die zentralen Handlungsfelder dieses Konzeptes basieren auf folgenden Punkten: Förderung des aktiven Alterns, ermölichen des lebensbegleitenden Lernens, Unterstützung von bürgerschaftlichem Engagement im Alter, Gesundheits-förderung, Berücksichtigung der Bedürfnisse älterer Menschen in der städtischen Entwicklung, Förderung der Chancengleichheit, Anregung von Kooperationen zwischen verschiedenen Partnern und Förderung der Solidarität und Zusammenarbeit zwischen den Generationen. Jedes dieser Handlungsfelder zieht bestimmte Maßnahmen nach sich. Bei den umsetzenden Akteuren handelt es sich um Partner aus der kommunalen Verwaltung, der Freien Wohlfahrtspflege, der Wirtschaft sowie der Bürgergesellschaft. Die kommunalen Maßnahmen werden in hoher Eigenverantwortung von den Impulsgebern durchgeführt.

http://www.arnsberg.de/zukunft-alter/

 

2. Seniorengenossenschaft Riedlingen

Eine ehrenamtliches Pflegeprogramm in Anlehnung an das Konzept des Generationenvertrages: Rüstige Ältere helfen pflegebedürftigen Älteren, und bekommen dafür entweder einen Stundensatz oder die selbe Stundenanzahl an Pflege, sobald sie selbst solche benötigen. Die Genossenschaft trägt sich selbst und bietet den Mitgliedern Leistungen, die die Sozialstation oder Rotes Kreuz nicht leisten können. Mittlerweile hat die Genossenschaft über 600 Mitglieder.

www.martin-riedlingen.de/senioren/seniorenhomepage.htm

 

3. Vermittlung von Zeitzeugen - Zeitzeugenbörse e. V.

Was passierte außer dem, was in den Geschichtsbüchern steht? Die Zeitzeugenbörse lässt die vergängliche Ressource der persönlichen Erinnerung in nachfolgenden Generationen weiterleben.

Die Zeitzeugenbörse fördert den Austausch zwischen den Generationen und schafft eine Öffentlichkeit für persönliche Erinnerungen. Diese Zeitzeugnisse sind von unschätzbarem Wert für das kulturelle Gedächtnis unserer Gesellschaft.

Kontakt:
Zeitzeugenbörse e.V.
Ackerstraße 13
10115 Berlin-Mitte

Tel (030) 44 04 63 78
Fax (030) 44 04 63 79

E-Mail
http://www.zeitzeugenboerse.de/

 

4. Seniortrainer - wieder von den Alten lernen im Umweltbildungszentrum Licherode e.V

Steinzeit-Schafe züchten, Bienenhotels bauen, Energiesklaven im Haushalt befreien – beim Umweltbildungszentrum Licherode werden Engagierte der Generation 55+ Umwelt-Seniortrainer für Kinder und Jugendliche.

Kontakt:
Umweltbildungszentrum Licherode
Lindenstraße 14
36211 Alheim-Licherode
Telefon: (0 56 64) 9 48 60

oekonetz.licherode@t-online.de
www.oekologische-bildung.de

umweltbildungszentrum-licherode.de

Hrsg.: Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement
V.i.S.d.P.: PD Dr. Ansgar Klein
Infoletter-Redaktion: Dr. Henning Fülle, Dieter Rehwinkel
Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE)
BBE Geschäftsstelle gGmbH - Team der Aktionswoche -
Michaelkirchstraße 17/18
10179 Berlin
Tel: +49 (030) 62980 - 120
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E-Mail: aktionswoche@b-b-e.de
www.engagement-macht-stark.de
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