Sonder-Infoletter vom 12. September 2013 zum Thema Unternehmensengagement: „Partnerschaften“ – Netzwerke knüpfen – Gemeinwesen stärken

Liebe Leserinnen und Leser,

Sie erhalten heute den ersten von drei Sonder-Infolettern anlässlich der Thementage der diesjährigen „Woche des bürgerschaftlichen Engagements“ (10. bis 21. September 2013). Er hat das Thema Unternehmensengagement: „Partnerschaften“ – Netzwerke knüpfen – Gemeinwesen stärken. Der Sonder-Infoletter stellt themenbezogene Projekte aus der Praxis vor und gibt Ihnen darüber hinaus weiterführende Hinweise zu Veranstaltungen, Publikationen oder Studien. Eine Themeneinführung bildet den Auftakt jeder Ausgabe. Es folgen die Präsentation des jeweiligen Engagement-Botschafters für die „Woche des bürgerschaftlichen Engagements“ sowie die komprimierte Darstellung von fünf Engagementprojekten.

Alle drei Sonder-Infoletter werden einmalig über den Verteiler des BBE-Newsletters versandt.

Die nächsten Ausgaben des Sonder-Infoletters erhalten Sie zu den weiteren Thementagen: „Rahmenbedingungen für Engagement“ – Sich kümmern, ermöglichen entwickeln – Mit Infrastruktur Engagement gestalten am 16. September sowie „Partizipation und Bürgerbeteiligung“ – Mitgestalten und Mitverantworten – Demokratie stärken am 19. September 2013.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre!

PD Dr. Ansgar Klein, BBE-Geschäftsführer

Johanna Neuling, Redakteurin

INHALT

1. Themeneinführung
2. Projekte
2.1 Botschafter-Projekt: Türkisches Forum der Robert Bosch GmbH
2.2 Ein Tag für besonderes soziales Engagement
2.3 ZeitStifteTag der Freiwilligenagentur Münster: „Türen im Kopf öffnen“
2.4 Gesellschaftliches Engagement in der Region fokussieren und bündeln
2.5 Ein Gewinn für beide Seiten – KPMG-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich für soziale Projekte
2.6 „Der Schwache hilft dem Starken“: Unternehmenspartnerschaft in Augsburg
3. Hinweise und Materialien
3.1 Auftaktkonferenz und Überblicksartikel zur Initiative „GUTE SACHE“
3.2 Broschüre: „Zukunft unternehmen. Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand“
3.3 „Im Fokus“: Unternehmenskooperation

1. Themeneinführung

Das Thema Unternehmensengagement ist in aller Munde. Der Trend, dieses strategischer und nachhaltiger zu gestalten, hat sich in den vergangenen Jahren fortgesetzt. Zwar bilden Geldspenden nach wie vor den Schwerpunkt der Aufwendungen, zunehmend steigt allerdings das unternehmerische Interesse, sich für das Gemeinwesen zu engagieren. Eine „Investition“ in gesellschaftliche Verantwortung sozusagen und die Mitwirkung an der Lösung gesellschaftlicher Problemlagen.
Damit wachsen die Notwendigkeit und die Bereitschaft, sich mit NGOs, Vereinen, Stiftungen und Verbänden sowie mit öffentlichen Einrichtungen auf gemeinsame Ziele zu verständigen. Das Thema „Partnerschaft“ tritt dabei in den Vordergrund. Gerade im dritten Sektor bietet es die Chance auf Innovation durch Kooperation.
Es gibt viele beachtliche Beispiele für gelungene Partnerschaften. Eine Auswahl daraus möchten wir Ihnen im Folgenden vorstellen.

2. Projekte

2.1 Botschafter-Projekt: Türkisches Forum der Robert Bosch GmbH

Vor 50 Jahren kamen die ersten türkischen Gastarbeiter nach Deutschland. Millionen von Menschen mit türkischen Wurzeln haben daraufhin das Wirtschaftswunder mitgestaltet und die Industrie der Bundesrepublik gestärkt. Das Türkische Forum bei Bosch setzt daher am Arbeitsplatz an und zeigt, wie Unternehmen maßgeblich zum Dialog der Kulturen beitragen können.
Das 2009 gegründete Forum ist eine ehrenamtliche deutsch-türkische Mitarbeiterinitiative in der Robert Bosch GmbH, die sich aktiv für das Miteinander verschiedener Kulturen einsetzt. Die Engagierten veröffentlichen ein eigenes Magazin, organisieren Kulturreisen und fördern in einem Mentoring-Programm den Austausch von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Migrationshintergrund sowie Studentinnen und Studenten. „Wir möchten die kulturelle Vielfalt des Unternehmens tatkräftig unterstützen“, verdeutlicht Bülent Erinkurt. Das Türkische Forum bei Bosch ist in dieser Form einzigartig in Deutschland und dient mittlerweile als Ansprechpartner, Ratgeber und Multiplikator für Ministerien, Kommunen, Stiftungen, Vereine und Hochschulen.

2.2 Ein Tag für besonderes soziales Unternehmensengagement

Ende September 2013 findet der Malteser „Social Day“ unter Beteiligung der Commerzbank statt. Rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Finanzunternehmens engagieren sich dann in 46 Projekten an 18 Standorten. Ob das Renovieren einer Schule, die Pflege von Gartenanlagen, die Freizeitgestaltung mit Demenzkranken und Seniorinnen und Senioren oder verschiedene Inklusionsprojekte – das Angebot für bürgerschaftliches Engagement ist vielfältig. „Der Malteser Social Day verbindet Menschen, die im Alltag wenig miteinander zu tun haben“, beschreibt Douglas Graf von Saurma-Jeltsch, Vorstandsmitglied der Malteser. Bereits zum zweiten Mal startet diese erfolgreiche Kooperation zwischen Maltesern und Commerzbank, die sich zu ihrer unternehmerischen Verantwortung und zur nachhaltigen Ausrichtung ihrer Geschäftstätigkeit bekennt. „Sich einen Tag lang gemeinsam für eine gute Sache engagieren, denjenigen helfen, die am Rande unserer Gesellschaft stehen – das sind wertvolle Erfahrungen, die unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrem Arbeitsalltag bereichern und Teamgeist und Motivation stärken. Die Malteser sorgen dafür, dass unsere Hilfe bundesweit genau dort ankommt, wo sie benötigt wird“, so Heike Heuberger, Leiterin der Abteilung CSR der Commerzbank.

2.3 ZeitStifteTag der Freiwilligenagentur Münster: „Türen im Kopf öffnen“

Über 60 Auszubildende der Abfallwirtschaftsbetriebe, der Sparkasse Münsterland Ost und der Stadtwerke Münster beteiligen sich am ZeitStifteTag der Freiwilligenagentur Münster. Das Projekt findet am 12. September 2013 erstmalig statt. Einen Tag lang werden die Auszubildenden von den genannten Unternehmen freigestellt, um soziales Engagement zu entdecken und zu erfahren. Besonders für die Jugendlichen, die bisher nicht ehrenamtlich aktiv sind, soll der ZeitStifteTag die vielfältigen Perspektiven des Ehrenamts aufzeigen und „Türen im Kopf öffnen“, betont die Leiterin der Freiwilligenagentur Münster, Martina Kreimann.
Zwischen zehn verschiedensten Projekten können die Azubis an diesem Tag wählen. Zur Auswahl stehen sowohl handwerkliche Projekte, wie der Bau eines Sandkastens oder Renovierungsarbeiten, als auch begleitende und inklusive Projekte, wie ein Ausflug mit den Bewohnerinnen und Bewohnern eines Altersheims.
Martina Kreimann hofft, dass sich die Unternehmenskooperation zum ZeitStifteTag in den kommenden Jahren fest etabliert.

2.4 Gesellschaftliches Engagement in der Region fokussieren und bündeln

Angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen ist eine neue Kultur der Verantwortung unabdingbar. Künftig bedarf es des Zusammenwirkens und der Kooperation, um sozialen Zusammenhalt und eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten. Im Projekt „Verantwortungspartner-Regionen in Deutschland“, finanziert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, werden bis Ende 2014 in 15 Regionen engagierte mittelständische Unternehmen neue kooperative Ideen und Lösungen für zentrale Herausforderungen finden. Die Verantwortungspartner bündeln Kompetenzen, verteilen Aufgaben und Verantwortung auf mehrere Schultern und öffnen neue Türen für die Regionalentwicklung. Die Bertelsmann Stiftung und :response unterstützen das Projekt mit einer strukturierten und moderierten Prozessbegleitung. Ausgewählte Unternehmen können eine Beratung in Anspruch nehmen, bei der sie die Grundlagen ihres CSR-Managements festigen oder eine konkrete Projektidee entwickeln.

2.5 Ein Gewinn für beide Seiten – KPMG-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich für soziale Projekte

Der KPMG „Make a Difference Day“ ist ein bundesweiter Freiwilligentag, der an allen 26 Standorten des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens seit nunmehr fast 10 Jahren stattfindet. Ziel des Freiwilligentages ist es einerseits, Zeit, Arbeitskraft und spezifische Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anderen Menschen unbürokratisch zur Verfügung zu stellen. Andererseits werden Organisationen mit Projekten unterstützt, die ohne die Hilfe des Unternehmens so nicht möglich gewesen wären.
Am „Make a Difference Day“ 2013 engagieren sich mehrere hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von KPMG Deutschland ehrenamtlich. In diesem Jahr rückt das Unternehmen Engagementprojekte aus dem Bereich der Bildung ins Zentrum des Freiwilligentages. Ob Bewerbungstraining, Beruferallye oder Verkehrsschulung, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können aus einer Vielzahl abwechslungsreicher Projekte wählen und werden für einen halben Tag freigestellt. Ferner unterstützt KPMG jedes Projekt mit einer finanziellen Spende.

2.6 „Der Schwache hilft dem Starken“: Unternehmenspartnerschaft in Augsburg

Seit 16 Jahren besteht die Unternehmenspartnerschaft zwischen dem Freiwilligen-Zentrum Augsburg (FZ Augsburg) und der Werbeagentur symbiosys².
Anja und Peter Lütke-Wissing gestalten pro bono Flyer und Jahresberichte und entwickelten auch die Maskottchen des FZ Augsburg gemäß dem FZ-Motto „Miteinander leben, miteinander wachsen“. Es sind die beiden Tiere Nashorn „Willi“ und Kuhreiher „Freya“. Diese leben in Afrika in Symbiose, also in beiderseitigem Nutzen, zusammen. Die Webeagenturchefs übernahmen das Stichwort „Symbiose“ ebenso für den Namen ihrer Werbeagentur und erhielten 2006 für ihr vorbildliches bürgerschaftliches Engagement den Bürgerkulturpreis des Bayerischen Landtags.
Für Wolfgang Krell, Geschäftsführer des FZ-Augsburg, zeigt sich die Symbiose auch in der Kooperation mit der Werbeagentur. „Für uns ist es eine professionelle Unterstützung im Marketing und Design – das ist erstklassig. Für die Werbeagentur hingegen bietet sich die Möglichkeit zu gesellschaftlichem Engagement. Wir beide profitieren also davon.“

3. Hinweise und Materialien

3.1 Auftaktkonferenz und Überblicksartikel zur Initiative „GUTE SACHE“

Der Beirat „GUTE SACHE“ und das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW laden zur Auftaktkonferenz „GUTE SACHE - Qualifizierung für Unternehmenskooperationen“ am 25. September 2013 in der Landesvertretung NRW in Berlin ein. Die Konferenz soll die Qualifizierung für „gute Sachen“ als Hebel für mehr und bessere Kooperationen vor Ort verdeutlichen – und zugleich Interesse an neuen Kooperationen wecken und neue Partner der Initiative motivieren.

Darüber hinaus berichtet Dr. Reinhard Lang (UPJ) im aktuellen Magazin „engagement-macht-stark!“ (Ausgabe 2 / 2013) des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement über die Initiative „GUTE SACHE“.

Konferenzeinladung

3.2 Broschüre: „Zukunft unternehmen. Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand“

Verantwortung zu übernehmen ist für den deutschen Mittelstand selbstverständlich – nicht nur für das Geschäft, sondern auch für die Gesellschaft. Denn Unternehmen sind auf ein intaktes gesellschaftliches Umfeld angewiesen. So engagieren sich mittelständische Unternehmer vor allem in ihrer Region für Themen wie Bildung, Integration, Umweltschutz und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Die Bertelsmann Stiftung stellt in der Broschüre „Zukunft unternehmen“ kompakt und praxisbezogen die Themenvielfalt unternehmerischer Verantwortung dar. Mit der Publikation möchte die Bertelsmann Stiftung dazu ermutigen, Verantwortung neu zu denken, um Herausforderungen wie den demografischen Wandel, den drohenden Fachkräftemangel oder die Ressourcenknappheit zu bewältigen.

Broschüre

3.3 „Im Fokus“: Unternehmenskooperation

„Unternehmenskooperation“ lautet das Schwerpunktthema der dritten Ausgabe von „Im Fokus“ 2013, der halbjährlich erscheinenden Inforeihe des Forums Seniorenarbeit NRW.
In dieser Ausgabe widmet sich „Im Fokus“ den Kooperationen zwischen der Wirtschaft und dem Gemeinwesen. Anhand von erfolgreichen Kooperationen, Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern aus dem Gemeinwesen, der Kommune und der Wirtschaft sowie praxisnahen Arbeitshilfen belegt „Im Fokus“, wie Partnerschaften zwischen der Seniorenarbeit und der Wirtschaft mit beiderseitigem Gewinn funktionieren können.

Im Fokus“ (Ausgabe 03 / 2013)

Hrsg.: Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement
V.i.S.d.P.: PD Dr. Ansgar Klein
Infoletter-Redaktion: Dr. Henning Fülle, Dieter Rehwinkel
Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE)
BBE Geschäftsstelle gGmbH - Team der Aktionswoche -
Michaelkirchstraße 17/18
10179 Berlin
Tel: +49 (030) 62980 - 120
Fax: +49 (030) 62980 - 9183
E-Mail: aktionswoche@b-b-e.de
www.engagement-macht-stark.de
www.b-b-e.de

Logo von BBE
Partner