Haus mit Solaranlage, im Vordergrund links ist ein Spielplatz zu sehen.

© BEOS eG

Im ländlichen Ostbrandenburg haben die Menschen 2020 entschieden, selbst für bezahlbare und saubere Energie zu sorgen. Sie wollten auf keine Investoren oder Kredite warten. Also gründeten sie eine ehrenamtlich organisierte Genossenschaft für Energie.

Seit der Gründung der Bürgerenergie Oder-Spree eG (BEOS eG) hat sich viel getan. Die Genossenschaft hat für mehr als 200.000 Euro Solaranlagen gekauft und installiert: 2020 kam die erste Anlage auf das Dach von Kita und Hort in Heinersdorf, 2023 die zweite auf die Landkreisverwaltung in Beeskow. Dieses Jahr kommen der Bauhof Schöneiche und die Begegnungsstätte Hirschluch dazu. In Planung sind Anlagen auf dem Rathaus und der Schule in Friedland. „Das Besondere daran ist, dass wir dieses Geld allein von unseren Mitgliedern eingesammelt haben. Ohne einen einzigen Bankkredit und nur im Ehrenamt“, sagt Janina Messerschmidt, ehrenamtliche Vorständin der Bürgerenergie Oder-Spree eG.

In den Verwaltungen von kleinen Gemeinden fehlen oft Zeit, Wissen und Geld, um die Energiewende schnell voranzubringen. Eine Genossenschaft ist deswegen ideal: Die Genossenschaftsmitglieder geben nicht nur Geld, sie bringen sich auch ehrenamtlich mit Zeit und Wissen ein. Damit die Verwaltung und die Genossenschaft gut planen können, schließen sie Pachtverträge für die Dachflächen, auf die die Solaranlagen gebaut werden. So profitieren alle: die Genossenschaft, die Verwaltung und damit auch die Bürger*innen.

Die BEOS ist außerdem sehr demokratisch. Jedes Mitglied hat bei Abstimmungen eine Stimme, ganz egal, wie viele Anteile der Genossenschaft es gekauft hat. Denn das ist den Genossenschaftsmitgliedern sehr wichtig: Sie wollen gemeinsam entscheiden, welche Projekte sie als nächstes angehen wollen. Die Menschen in Ostbrandenburg überlegen, diskutieren und verhandeln darüber, wo Anlagen gebaut werden können und wo nicht. Sie kennen ihre Region, ihre Städte und Dörfer und entscheiden selbst, wie sie in Zukunft leben wollen.

Der Strom in Deutschland kommt im Jahr 2023 zu mehr als der Hälfte aus Sonne, Wind oder Wasser. Es war bürgerliches Engagement von Privatpersonen und Menschen, die sich zu Genossenschaften zusammengeschlossen haben, das viel dazu beigetragen hat. Denn knapp ein Drittel der bundesweit installierten Anlagen gehören Privatpersonen. Auf diesen Erfolg sollten die Menschen stolz sein.

Die BEOS eG hat nach vier Jahren 127 Mitglieder, die durchschnittlich fünf Anteile – das sind 1.500 Euro – gekauft haben. „Bislang haben wir ohne Bankkredit gearbeitet, denn so hatten wir auch keine laufenden Kosten. Doch jetzt nehmen wir durch unsere vier Anlagen regelmäßige Geld ein“, sagt Janina Messerschmidt. „Wir können jetzt darüber nachdenken, größere Anlagen mit zusätzlichen Krediten aufzubauen.“

Die Menschen vor Ort und die kommunale Verwaltung schaffen so gemeinsam einen Beitrag zur lokalen Energiewende. 

 

Autorinnen: Janina Messerschmidt und Andrea Vetter

 

Kontakt:

Bürgerenergie Oder-Spree eG
Hauptstraße 32
15518 Steinhöfel OT Heinersdorf

E-Mail: 
https://beos-energie.de 

Instagram: @beos.energie