Oft fühlen sich junge Menschen von der Politik nicht berücksichtigt, verstanden oder allein gelassen. Das Progressive Zentrum wollte das ändern. Es hat junge Menschen gefragt: Was muss Politik gegen Einsamkeit tun? Viele Ideen stehen heute im Koalitionsvertrag.
Junge Menschen müssen mehr gehört werden
Junge Menschen haben großes Interesse daran, was in Deutschland und der Welt passiert. Sie machen sich zum Beispiel Sorgen wegen des Klimawandels und wünschen sich mehr Sicherheit und Stabilität. Doch haben sie laut vielen Studien nicht das Gefühl, von der Politik gehört zu werden. Mit diesen Gefühlen des „nichts tun können“ und „nicht ernst genommen werden“ sinkt auch ihr Vertrauen in Politik, Gesellschaft und Demokratie. Das Gefühl der Einsamkeit hat eine ähnlich schädliche Wirkung. Die Studie des Progressiven Zentrums „Extrem einsam?“ zeigt: Fühlen sich junge Menschen einsam, kann das ihre demokratische Einstellungen beeinflussen. Wenn sie sich häufig einsam fühlen, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie Verschwörungstheorien glauben, politische Gewalt und die Unterdrückungen von bestimmten Menschen richtig finden.
Bundestagswahl 2025: Guter Zeitpunkt Forderungen an die Politik zu stellen
Im letzten Jahr hat das Progressive Zentrum e. V. 22 junge Menschen im Alter von 14 bis 21 Jahren nach Berlin eingeladen, die Erfahrungen mit Einsamkeit haben, die sich allein gelassen fühlen – vor allem von der Politik. „Wir wollten von ihnen wissen, was gegen jugendliche Einsamkeit getan werden kann. Was Politik für mehr Teilhabe und eine starke Demokratie tun muss“, sagt Melanie Weiser, Projektmanagerin von KOLLEKT und der Initiative der KOLLEKTive Voices. Aus diesen Gedanken und Ideen sind 15 Forderungen an die Politik entstanden. Diese Forderungen haben die jungen Menschen Ende 2024 der Politik übergeben. Denn Politik und Regierung haben viele Möglichkeiten, um etwas gegen Einsamkeit zu tun und um die Demokratie zu stärken.
15 Forderungen für mehr Teilhabe und weniger Einsamkeit
„Heute können wir stolz sagen, dass sich das Engagement der jungen Menschen gelohnt hat“, sagt Melanie Weiser. „Einige der Forderungen wurden in den neuen Koalitionsvertrag festgeschrieben. Das heißt: Die neue Bundesregierung will endlich mehr gegen Einsamkeit tun. Und sie will auch mehr für junge Menschen tun.“
Folgende Ziele stehen heute im Koalitionsvertrag:
- Kinder und Jugendliche sollen mehr Möglichkeiten der Mitbestimmung bekommen. Bei einem „Kinder- und Jugendgipfel“ sollen sie Politik mitgestalten können.
- Es soll mehr Geld für Orte ausgegeben werden, an denen junge Menschen ihre Freizeit verbringen können. An diesen Orten sollen sie auch mehr über Politik und Gesellschaft erfahren können und Hilfe und Beratung bekommen.
- Mentale Gesundheit von jungen Menschen soll mit konkreten Maßnahmen gestärkt werden.
- Demokratie-Bildung soll gestärkt werden, damit junge Menschen besser an Gesellschaft und Demokratie teilhaben können.
Der Koalitionsvertrag ist nicht perfekt. Er hat an vielen Stellen Mängel. Doch für 22 junge Menschen hat sich ihr Engagement gelohnt. Mit diesen Maßnahmen und Erwähnungen ist ihr Wunsch in Erfüllung gegangen, von der Politik gehört zu werden. Jetzt fehlt nur noch die Umsetzung!
Melanie Weiser, Das Progressive Zentrum
Projektmanagerin Resiliente Demokratie
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