„Ist es nicht ein großes Glück, dass ich so viel über andere Länder und Lebensgeschichten lernen darf, ohne Berlin verlassen zu müssen?“, sagt Dieter, ehrenamtlicher Pate im Projekt „Patenschaften des Mittelhof e. V.“ Durch das Projekt kommen Menschen zusammen, die sonst allein wären.
Zusammen ist man weniger allein
Für Menschen, die aus anderen Ländern nach Berlin kommen, ist ein Neuanfang oft schwer und einsam. Ihnen fehlen Familie, Freund*innen und Bekannte. Sie haben zwar Kontakt zu Behörden, Sprachschulen und anderen Institutionen, doch das Zwischenmenschliche, der freundschaftliche Kontakt zu deutschsprachigen Personen fehlt oft. Genau hier setzt das Projekt des Mittelhof e. V. an: Es bringt Menschen zusammen, die zum Beispiel gemeinsam spazieren gehen, die Stadt kennenlernen, Kaffee trinken und Deutsch lernen wollen.
Gewinn für alle Beteiligten
Bei dem Projekt übernimmt ein deutschsprachiger Mensch eine Patenschaft für eine Person, die neu in Berlin ist. Die ehrenamtlichen Pat*innen sind oft ältere Menschen mit viel Lebenserfahrung, teils aber auch jüngere Personen. Sie genießen es, sich mit interessanten Menschen zu treffen, die selbst auch viel zu erzählen haben. „Diese Gespräche halten mich jung“, erzählt die 80-jährige Luise. Sie und Alia, die aus Syrien nach Berlin gekommen ist, treffen sich regelmäßig und sprechen über Gesellschaft, Geschichte und persönliche Erfahrungen. „Luise hat mir Berlin auf eine viel persönlichere Weise gezeigt“, sagt Alia. „Wir sind zusammen in Museen gegangen und haben über unsere Lebenswege gesprochen. Und auch über das, was wir aneinander erst fremd fanden“ sagt sie und lächelt.
Das Projekt fördert gegenseitiges Verständnis und hilft, Einsamkeit zu überwinden. Denn auch viele ältere Pat*innen erleben viel Zeit allein, wenn zum Beispiel Partner*in, enge Freund*innen oder Verwandte gestorben sind. So gewinnen beide, die Alt-Berliner*innen und die Neu-Berliner*innen.
Seit 77 Jahren starkes Engagement in Berlin: Mittelhof e. V.
Organisiert wird das Projekt durch den Mittelhof e. V. Der Verein wurde 1947 von amerikanischen Quäkern gegründet und war der erste gemeinnützige Nachbarschaftsverein in Berlin. Der ehrenamtliche Vorstand, etwa 450 hauptamtliche Mitarbeiter*innen und fast 400 ehrenamtlich engagierte Menschen setzen sich heute für dieselben Ziele wie damals ein: Gemeinschaft, Demokratie und Teilhabe. Der Verein betreibt u.a. Mehrgenerationenhäuser, Nachbarschaftszentren, Kitas und Familienzentren.
Allein im Mittelhof e. V. treffen sich über 80 Selbsthilfegruppen, von Parkinson über Depression bis hin zu Leben zwischen den Kulturen. Wer sich bei Mittelhof e. V. ehrenamtlich für die Gemeinschaft einsetzen will, hat eine große Auswahl: Musik für Grundschulkinder, Begleitung zu ärztlichen Untersuchungen, Hilfe bei Einkäufen, Spiele-Nachmittage für Senior*innen, Gartenpflege mit Jugendlichen, Sprachkurse, Nachbarschafts-Cafés und mehr.
Gemeinschaft stärken und Einsamkeit verringern
„Wir wollen mit unserem Engagement dazu beitragen, Menschen zusammenzubringen, ihnen Teilhabe ermöglichen, sie ins Gespräch bringen“, sagt Peter von Schlieben-Troschke, ehrenamtlicher Vorstand des Vereins. Denn immer, wenn Menschen zusammenkommen, entsteht ein Gefühl der Gemeinschaft und des Zusammenhalts. Schnell lernen sie sich besser kennen und schätzen, entdecken Gemeinsamkeiten, lernen voneinander.
Barbara Dieckmann, Mittelhof e. V.
Kontaktdaten
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