Weißer Brückenbogen mit einem Stadtpanorama im Hintergrund.

© Stadt Dessau-Roßlau

Was macht eine nachhaltige sowie lebenswerte Stadt oder Gemeinde aus? Welche Rolle spielt bürgerschaftliches Engagement? Beispiele aus den Städten Lilienthal und Dessau-Roßlau zeigen, wie es gehen kann.

Viele Städte und Gemeinden in Deutschland sind nicht so inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig, wie es wünschenswert wäre. Das 11. Nachhaltigkeitsziel der UN „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ möchte Städte und Gemeinden lebenswerter gestalten: Bis 2030 sollen alle Menschen Zugang zu angemessenem, sicherem und bezahlbarem Wohnraum sowie zur Grundversorgung bekommen. Zum 11. Nachhaltigkeitsziel gehören auch ein Verkehrssystem für alle, eine Bauplanung, bei der die Menschen mitentscheiden können, verbesserter Katastrophenschutz, weniger Umweltbelastung und eine bessere Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Bürgerschaftliches Engagement leistet einen wichtigen Beitrag für lebenswertere Städte, denn Engagement stärkt den Zusammenhalt und trägt zu einem besseren Miteinander bei.

Europäische Nachhaltigkeitswochen in Lilienthal

Die Engagierte Stadt Lilienthal arbeitet schon seit einigen Jahren daran, nachhaltiger zu werden. Die Freiwilligenagentur Lilienthal e.V. organisiert jedes Jahr Aktionen zu den Europäischen Nachhaltigkeitswochen. Die Menschen vor Ort, Vereine, Unternehmen, Verwaltung und Politik unterstützen sie dabei. Eine Woche lang dreht sich dann in Lilienthal alles um Nachhaltigkeit. Es gibt Informationsveranstaltungen zum Unverpacktladen, Kochkurse „Nachhaltig Kochen für Kinder“, Vorträge zu Balkonkraftwerken, Aktionen wie „Autofreier Schultag“, Filmvorführungen, Bilderbuchkino und viel mehr. Vergangenes Jahr konnten Interessierte das sozial-ökologische Modellquartier „Ellener-Hof“ besichtigen. Das Modellquartier will stadtnah und grün werden, klimaschonend und nachbarschaftlich engagiert sein. Junge und alte Menschen aus verschiedenen Kulturen und Religionen sollen gemeinsam wohnen, leben und sich begegnen. Erste Projekte und Orte sind schon aktiv: Die Anwohner:innen engagieren sich zum Beispiel in einer Elektro-Selbsthilfe-Werkstatt, einem Gemeinschaftsgarten und einer Multifunktionshalle.

Durch Bildung zu einer nachhaltigen Kommune werden

Kommunen müssen Herausforderungen wie den Klimawandel, eine stabile und zukunftsfähige wirtschaftliche Stadtentwicklung oder auch den Aufbau von nachhaltigen Strukturen angehen. Dabei ist Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) sehr wichtig. Denn haben die Menschen erst einmal das Wissen, wie eine nachhaltige Stadt und Gesellschaft aussehen können, können sie gemeinsam an Lösungen arbeiten. Die Menschen in Dessau-Roßlau haben schon viel Erfahrung, wie sie sich gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft einsetzen können: Das VorOrt Haus – eine alte, leerstehende Schule – wird seit 2014 durch ehrenamtlich engagierte Menschen mit Leben gefüllt und saniert. Dort treffen sich die Menschen zum gemeinsamen Kochen in der Nachbarschaftsküche, in der Bibliothek, im urbanen Garten, im Design-Shop, im Co-Working-Space oder im Design-Büro. Dessau-Roßlau setzt diese Entwicklung nun fort als BNE-Modellkommune: Die Menschen vor Ort, bestehende Vereine und Initiativen sowie die Stadtverwaltung entwickeln nun gemeinsam eine Bildungsstrategie, die „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ (BNE) in allen Bildungsbereichen etabliert. Die Bildungsstrategie soll auf bereits Bestehendem aufbauen, wie zum Beispiel der Verein VorOrt Haus e.V., in dem Kreativwirtschaft mit dem Thema Nachhaltigkeit verbunden wird.

 

Autor: Andreas Grau

 

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