Ein Leuchtschild in einem Schaufenster. Darauf steht: Viertelladen, ein Viertel fürs Viertel. Im laden unterhalten sich Menschen.

Der Viertelladen Düsseldorf als Botschaft für Miteinander und neue Ideen im Stadtteil

Wie kann Nachbarschaft gestärkt und Einsamkeit vorgebeugt werden? Eine Antwort darauf gibt der Viertelladen in Düsseldorf-Unterbilk. Der Laden ist ein Ladenlokal, das nicht nur zum Einkaufen einlädt, sondern zum Mitmachen. Der Viertelladen verbindet Nachbarschaft, Engagement und soziale Innovation.

Auf den ersten Blick erinnert er an ein gewöhnliches Geschäft. Doch tatsächlich steckt ein besonderes Konzept dahinter: Ein Verein nutzt die Räume nicht ausschließlich für den Verkauf, sondern als offenen Mitmach-Ort. Wer hereinkommt, kann stöbern, ins Gespräch kommen, mitgestalten und eigene Ideen einbringen. Damit entsteht ein „dritter Ort“ im Stadtteil, der das bestehende Viertelleben ergänzt und zugleich neue Impulse setzt.

Dass der Viertelladen in Unterbilk entstanden ist, ist kein Zufall. Hier prägen noch viele Einzelhändler*innen das Straßenbild und sorgen für eine lebendige Nachbarschaft. Der Viertelladen knüpft daran an und erweitert diese Struktur um eine Dimension der Teilhabe: Begegnung, mit dem Ziel, soziale Netze zu stärken und neue Verbindungen entstehen zu lassen.

Wie das konkret aussieht, zeigt der Blick in die Praxis. Im Viertelladen wird gesungen, gelesen oder kreativ gewerkelt. Die Bandbreite der Aktivitäten ist groß: Ob Strickrunde, Ausstellung, Gesprächsabend und Netzwerkveranstaltung oder Pop-Up Store – alles findet seinen Platz. Kinder basteln, Musiker*innen treten auf, Nachbar*innen probieren Neues aus. Manche Formate entstehen spontan, andere sind fest im Kalender verankert. Häufig ergeben sich auch Kooperationen mit Initiativen im Viertel – etwa mit dem Platz für gutes Leben, wo parallel der Stadtraum neu gestaltet wird.

Besonders prägend ist die Vielfalt der Engagierten. Softwareentwickler*innen, Musiker*innen, Projektmanager*innen, Handwerker*innen oder Künstler*innen bringen ihre Expertise ein. Dadurch entsteht eine heterogene Gemeinschaft, die den Viertelladen zu einem sozialen Labor macht – einem Ort, an dem neue Formen des Zusammenlebens erprobt werden. Gleichzeitig hat das Konzept stadtplanerischen Innovationswert, da das Ladenlokal sinnvoll genutzt, vor Leerstand bewahrt und in eine dauerhafte Anlaufstelle für die Nachbarschaft verwandelt wird.

Deutlich wird dabei: Einsamkeit wird nicht allein durch Beratungsangebote oder Dienstleistungen adressiert, sondern auch durch Räume, die offene Begegnung ermöglichen. Der Viertelladen ist ein Beispiel dafür, wie Zivilgesellschaft, Stadtentwicklung und Engagementförderung ineinandergreifen können – mit Wirkung in den Alltag hinein.

Weitere Informationen und Einblicke gibt es auf Instagram, der Website oder bei einem Besuch vor Ort.

 

Weiterführende Informationen

Instagram: @viertelladen
Website: www.viertelladen.de
Vor Ort: Neusser Straße 115A, 40219 Düsseldorf
 

Autor*innen

Meike Hornbostel ist Geschäftsführerin des ISI Instituts für soziale Innovation. Mit dem ISI entwickelt sie Konzepte für soziale Innovation und setzt sich für neue Formen der  Begegnung und des Miteinanders ein. Sie engagiert sich im Viertelladen, um diese Ansätze im Quartier praktisch erfahrbar zu machen. Kontakt: m.hornbostelisi-innovationde

Klaus Mader ist Gründer und Inhaber der Kreativagentur buenasoma design. Als Grafikdesigner im Düsseldorfer Lorettoviertel engagiert er sich für ein kreatives, nachbarschaftliches Miteinander – sei es beim Viertelladen, dem Platz für gutes Leben oder weiteren Aktionen, die die Menschen vor Ort zusammenbringen. Kontakt: maderbuenasomacom

 

Die beiden Autor*innen haben den Viertelladen insbesondere durch ihre Unternehmen von Beginn unterstützt. Sie verstehen ihr Engagement nicht nur als privates Anliegen, sondern auch als Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen vor Ort.