Ernennung der Engagement-Botschafterin 2026 und Start des Kampagnenjahres "Miteinander Zukunft gestalten"

Mit einer Ideen-Werkstatt, intensiven Diskussionen und der feierlichen Ernennung von Vanessa Beyer zur Engagement-Botschafterin 2026 ist die Kampagne „Engagement macht stark!“ am 19. Mai 2026 in der Berliner Amerika-Gedenkbibliothek in das neue Kampagnenjahr gestartet. Rund um das Jahresthema „Miteinander Zukunft gestalten“ kamen Engagierte aus Zivilgesellschaft, Politik, Wissenschaft und Initiativen zusammen, um über gesellschaftlichen Zusammenhalt, Kooperation und die Zukunft des Engagements zu diskutieren.

Bereits am Vormittag stand die Ideen-Werkstatt im Mittelpunkt der Veranstaltung. In mehreren Sessions diskutierten die Teilnehmenden unter anderem über gesellschaftliche Spaltung, fehlende Begegnungsräume, die Rolle von Vertrauen und die Frage, wie Engagement wieder stärker Menschen zusammenbringen kann. Als zentrale Punkte wurden dabei das Bedürfnis nach mehr Zuhören, niedrigschwelligen Beteiligungsformaten und langfristigen Kooperationen benannt. Auch die Bedeutung lokaler Begegnungsorte und der Wunsch nach mehr Sichtbarkeit für unterschiedliche Perspektiven spielten eine wichtige Rolle. Die Ergebnisse der Werkstatt flossen später direkt in die Fishbowl-Diskussion am Nachmittag ein.

Die Veranstaltung fand bewusst in der Amerika-Gedenkbibliothek statt – einem sogenannten „Dritten Ort“, der für Austausch, Begegnung und gesellschaftliches Miteinander steht. In ihrer Begrüßung betonte Dr. Lilian Schwalb, Geschäftsführerin des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement (BBE), wie wichtig Räume für Dialog und Zusammenarbeit gerade in gesellschaftlich angespannten Zeiten seien. Engagement schaffe konkrete Orte der Begegnung und stärke demokratische Räume, in denen Menschen Verantwortung füreinander übernehmen.

Auch Rainer Hub, Vorsitzender des BBE-Sprecher*innenrats, griff diesen Gedanken in seiner Rede auf. Unter dem Motto „Miteinander Zukunft gestalten“ gehe es darum, gesellschaftlichen Zusammenhalt aktiv zu stärken und neue Brücken zwischen Generationen, sozialen Gruppen sowie Ost- und Westdeutschland zu bauen. Bürgerschaftliches Engagement sei dabei ein wichtiger Motor für Solidarität, Beteiligung und demokratisches Zusammenleben. Besonders hob er hervor, dass Engagement Räume schafft, in denen Menschen einander zuhören und gemeinsam Lösungen entwickeln können.

Dr. Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, betonte in ihrem Grußwort: „Freiwilliges Engagement verbindet Generationen und unterschiedliche Erfahrungen miteinander. Gerade in Ostdeutschland haben viele Menschen erlebt, wie wichtig Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung in Zeiten des Wandels sind. Wenn junge Menschen neue Perspektiven einbringen und ältere Generationen ihre Erfahrungen teilen, entsteht daraus gesellschaftlicher Zusammenhalt und demokratische Stärke. Genau dafür steht die Kampagne ‚Miteinander Zukunft gestalten‘.“

Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung war die Ernennung von Vanessa Beyer zur Engagement-Botschafterin 2026. Gemeinsam mit ihrer Initiative „k_einheit“ macht sie junge ostdeutsche Perspektiven sichtbar und setzt sich für gesellschaftliche Teilhabe und Dialog ein. Staatsministerin Dr. Christiane Schenderlein ernannte Vanessa Beyer gemeinsam mit Rainer Hub offiziell zur neuen Botschafterin der Kampagne.

Die Laudatio hielt der Engagement-Botschafter 2025, Tim Kramer. Er würdigte insbesondere Beyers Fähigkeit, Räume für Zuhören, Austausch und Begegnung zu schaffen. In seiner Rede beschrieb er ihr Engagement als Einladung, über gesellschaftliche und regionale Grenzen hinweg miteinander ins Gespräch zu kommen. Gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung brauche es Menschen, die unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen und den Dialog stärken.

Anschließend sprach Vanessa Beyer über ihre Motivation und die Arbeit von „k_einheit“. Dabei ging es um ostdeutsche Lebensrealitäten, gesellschaftliche Teilhabe und die Bedeutung persönlicher Begegnungen. Kleine Gespräche und lokale Projekte könnten Vertrauen schaffen und Menschen zusammenbringen – gerade dort, wo gesellschaftliche Debatten oft verhärtet erscheinen. Das Kampagnenmotto „Miteinander Zukunft gestalten“ verstehe sie deshalb als Aufforderung, wieder stärker miteinander statt übereinander zu sprechen.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von „Kutterscholle mit Speckstippe“. Mit ihrem Song „Grenzen“ griff die Band Fragen von Zugehörigkeit, gesellschaftlicher Abgrenzung und Respekt auf – Themen, die auch in den Diskussionen des Tages immer wieder eine Rolle spielten.

In der anschließenden Fishbowl diskutierten Vanessa Beyer, Lara Buschmann, Maxim Seeck und Ralph Edelhäußer, MdB, darüber, wie Engagement als Brücke in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft wirken kann (s. Referent*innen). Ausgangspunkt waren die Ergebnisse der Ideen-Werkstatt. Im Mittelpunkt standen Fragen danach, wo Zusammenarbeit im Alltag scheitert, wie neue Bündnisse entstehen können und welche Rolle Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft dabei übernehmen müssen. Dabei wurde deutlich: Viele Herausforderungen sind bekannt – gleichzeitig gibt es zahlreiche Initiativen und Projekte, die bereits heute zeigen, wie gemeinsames Handeln gelingen kann.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde gemeinsam mit Christina Marx von der Aktion Mensch die neue Engagement-Plattform vorgestellt, die künftig als zentrale Anlaufstelle für Aktionen und Veranstaltungen der Woche des bürgerschaftlichen Engagements dient. Ab sofort können dort wieder Projekte und Veranstaltungen für den Engagement-Monat September eingetragen werden. In den vergangenen Jahren wurden jeweils rund

20.000 Aktionen registriert – auch 2026 soll die Plattform wieder zeigen, wie vielfältig und lebendig Engagement in Deutschland ist.

Mit einem gemeinsamen Countdown eröffnete Dr. Lilian Schwalb schließlich offiziell das Kampagnenjahr 2026. Anschließend kamen Gäste, Engagierte und Mitwirkende beim Empfang und beim gemeinsamen „Engagement macht stark!“-Foto im Garten der Amerika-Gedenkbibliothek miteinander ins Gespräch.

Die Veranstaltung wurde von Christian Stadali, WortWerk Weimar, moderiert.