PROJEKT DER WOCHE
B33 Infopoint Interkulturell
Der Verein agiua e. V. hilft seit mehr als 30 Jahren Menschen, die neu in Chemnitz sind. Er bietet Sprachkurse, Zusammenhalt, hilft bei Bewerbungen oder der Jobsuche, hört zu und sucht nach Lösungen.
Zuhören und Probleme lösen
Wer neu in ein Land kommt, die Regeln und Gewohnheiten nicht kennt, kann sich manchmal ganz schön einsam fühlen. Der Verein agiua e. V. möchte hier helfen. Er unterstützt Menschen, die nach einem Sprachkurs suchen, die Briefe von Behörden nicht verstehen, die auf der Suche nach einem Job oder Freund*innen sind.
„Wir bieten Projekte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene“, sagt Pariya Masoudi Moghadam, Leiterin des Projekts B33 Infopoint Interkulturell. „Wir können und wissen nicht alles. Aber wir wissen, welche anderen Projekte es in Chemnitz gibt und wer noch helfen kann.“
Projekt „B33 Infopoint Interkulturell“
Mitten im Zentrum von Chemnitz und im Stadtteil Sonnenberg gibt es Info-Punkte für Menschen mit Migrationshintergrund. Frau Masoudi Moghadam und das agiua-Team sprechen sie vor Ort an. „Oft hilft es, wenn ich in meiner Muttersprache Persisch auf sie zugehe“, sagt Pariya Masoudi Moghadam, die selbst aus Iran kommt. „Denn bei vielen Menschen müssen wir erst einmal Vertrauen aufbauen, denn sie kennen uns ja nicht. Wir fragen einfach, ob sie Probleme bei Bewerbung oder Jobsuche haben, ob ihre Kinder schon in der Schule angemeldet sind oder ob sie nach einem Sprachkurs suchen.“ Oft sind die Angesprochenen interessiert und wollen mehr wissen. Frau Masoudi Moghadam und ihr Team versuchen selbst zu helfen oder sie an eine Stelle zu schicken, die das besser kann.
Projekte und Vereinsarbeit von agiua sind sehr vielfältig
Bei agiua e. V. engagieren sich mehr 100 Menschen ehrenamtlich. Oft haben die Engagierten einen Migrationshintergrund. Sie wissen, wie schwer es sein kann, in einem neuen Land anzukommen, eine neue Sprache zu lernen, einen Job und Freund*innen zu finden. Doch auch Leute, die schon immer in Chemnitz wohnen, setzen sich im Verein ein. Sie helfen bei Hausaufgaben, Bewerbungen, übernehmen Schüler-Bildungspatenschaften oder unterstützen bei Deutschkursen und dem Sprachcafé.
Regelmäßig bietet der Verein Info-Veranstaltungen, Workshops, Übersetzungshilfe, Kochkurse oder Kunst-Aktionen an. „Wir wollen den Betroffenen Orte bieten, wo sie sich mit anderen treffen, Deutsch üben, etwas lernen, über Sorgen reden oder einfach Kontakt finden können,“ sagt Pariya Masoudi Moghadam. „Viele unserer Angebote richten sich an alle, egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund.“
Fragen nach Regeln und Pflichten in Deutschland
„Viele Menschen fragen uns nach Regeln, Pflichten und Gewohnheiten in Deutschland,“ sagt Frau Masoudi Moghadam. „Sie sind unsicher, wie sie sich am Arbeitsplatz verhalten sollen und wollen alles richtig machen. Wir sprechen dann über Herausforderungen und geben Tipps, damit sie sich gut zurechtfinden.” Dabei weiß Pariya Masoudi Moghadam selbst ganz genau, dass es nicht immer einfach ist, mit den alten und neuen Gewohnheiten. „Ich bin es aus Iran gewohnt, mehrmals zu fragen, ob jemand zum Beispiel eine Tasse Tee haben möchte. Selbst wenn die Person ´nein´ gesagt hat,“ sagt Pariya Masoudi Moghadam. „In Iran bedeutet das ´nein´ nämlich ´vielleicht jetzt nicht, vielleicht später, ich weiß noch nicht genau´. Es wäre also unhöflich, nicht noch einmal zu fragen.“ Heute wissen ihre deutschen Kolleg*innen das und sagen zu ihr, dass sie wirklich keinen Tee haben wollen und Pariya nicht noch einmal fragen muss. „Wir lachen dann immer“, sagt sie.
Engagement macht stark, weil ...
es viele Menschen zusammenbringt und daraus eine starke Gemeinschaft wird.









