PROJEKT DER WOCHE
De pinke deerns Projekte der Woche 2026
Mit neonpinken Oberteilen und im pinken Drachenboot machen de pinke deerns auf die Krankheit Brustkrebs aufmerksam. Im Boot und an Land setzen sie sich für Vorsorge, Wertschätzung und Gesundheit für von Brustkrebs betroffene Frauen ein.
Im pinken Drachenboot paddeln 20 Frauen auf der Weser durch Bremen. Eine Steuerfrau lenkt das Boot, eine andere Frau gibt mit Trommel-Schlägen den Paddel-Rhythmus vor. Auch gekleidet sind die Frauen in auffälligem pink. Die Steuerfrau des Drachenbootes Nicole Zander ist Initiatorin von de pinke deerns, was Plattdeutsch für junge Frauen in pink heißt. „Die meisten Frauen mit Brustkrebs sind älter als 60 Jahre“, sagt Nicole Zander. „Wir wollen auch jüngere Frauen ansprechen.“ Weltweit setzen sich Frauen in Pink gegen den Brustkrebs ein.
Selbsthilfe, Gemeinschaft und Gesundheits-Sport
Das besondere am Paddeln: „Viele Frauen haben nach einer Brustkrebs-Operation Probleme mit dem Abfluss von Lymph-Flüssigkeit im Oberkörper“, sagt Nicole Zander. „Die regelmäßige Paddel-Bewegung hilft, den Abfluss zu verbessern.“ Doch das gemeinsame Paddeln ist viel mehr als eine Art Gesundheits-Sport für von Brustkrebs betroffene Frauen. „Du paddelst nicht alleine“ – so steht es auf ihren T-Shirts. Denn oft fühlen sich Frauen mit der Krankheit allein. Manchen fällt es schwer, mit anderen Menschen über Gefühle, Ängste oder Gedanken zu sprechen. „Im Drachenboot ist das anders“, sagt Nicole Zander. „Wir sind füreinander da, helfen uns gegenseitig, hören zu. Gerade Wertschätzung fehlt vielen von uns in der laufenden Therapie.“
Mit Sport und Gemeinschaft körperliche und seelische Gesundheit stärken
Erst 2023 von 11 Frauen gegründet, gehören heute 34 pinke deerns zum festen Drachenboot-Team. Weitere Frauen stehen auf der Warteliste, weil es auf dem Boot nur 22 Plätze gibt. Die pinken Frauen sind auch an Land aktiv. „Am Aktionstag des Brust-Zentrums haben wir auf der Bühne erzählt, wie wertvoll das gemeinsame Paddeln ist“, sagt Nicole Zander. „Und warum es so sinnvoll für uns von Brustkrebs betroffene Frauen ist.“
Nicole Zander hat mit de pinke deerns noch viel mehr vor. „Wir möchten andere pinke Paddlerinnen besuchen und uns mit ihnen austauschen.“ So lernen die Frauen Geschichten und Behandlungen aus anderen Regionen kennen. „Im Ruhrgebiet sind zum Beispiel Kühlmasken für Hände und Füße während der Chemo-Gabe üblich“, sagt Nicole Zander. „Das schützt kleinste Nerven und Blutgefäße, die von der Chemo geschädigt werden können.“ Durch Poly-Neuropathie, der Fachausdruck für diese Nerven-Schädigungen, besteht die Gefahr, sich schwer zu verletzen, ohne es zu merken. „In Bremen ist das leider noch nicht üblich.“
Das ehrenamtlich engagierte Team möchte die Erfahrungen und das Wissen der Frauen an Ärztinnen und Ärzte weitergeben. „Wir als von Brustkrebs betroffene Frauen können die Therapien vielleicht zum Besseren beeinflussen“, sagt Nicole Zander. „Wir möchten ernst genommen und als Menschen wahrgenommen werden.“ Eigentlich sollte ihnen das sehr gut gelingen. Denn mit dem pinken Drachenboot und ihrer starken Gemeinschaft wird kaum jemand einfach an ihnen vorbeikommen.
Engagement macht stark, weil …
weil es Menschen zusammenbringt, die Gemeinschaft stärkt und uns das Gefühl gibt, einen Teil beitragen zu können.














