PROJEKT DER WOCHE

Essen Girls Talk, Walk & Connect Projekte der Woche 2026

Mit der Initiative „Essen Girls Talk, Walk & Connect“ schließen sich Frauen und FLINTA* in Essen zusammen und bekommen das Gefühl: Ich bin nicht allein. Egal woher sie kommen, wie alt sie sind oder welche Lebensgeschichte sie mitbringen – alle sind willkommen.

„Niemand muss etwas leisten oder eine Rolle erfüllen“

Unabhängig voneinander erfahren 2024 Ebru Dolap und Evelina Muntendorf von der Idee, dass Frauen sich Treffen, zusammen spazieren und einfach reden. „Ich fand die Idee sofort gut, mich für Frauen einzusetzen und sie zu stärken“, sagt Evelina Muntendorf. Weil es in Essen noch keine Gruppe gab, fährt sie nach Köln, um bei der dortigen Gruppe vorbeizuschauen. Gleichzeitig gründet Ebru Dolap auf Instagram Essen Girls Talk, Walk & Connect. Schnell schließen sich die Beiden zusammen und bauen die Essener Gruppe auf. Gelegentlich unterstützen Frauen aus der Initiative die Beiden. Doch den größten Teil organisieren Ebru Dolap und Evelina Muntendorf auch heute noch als ehrenamtliches Zweierteam.
 

Spaziergänge mit Reden – Gemeinschaft kann auch einfach sein

Zwei Mal im Monat gehen sie spazieren, meistens Strecken am Baldeneysee, im Gruga-Park oder auf Zeche Zollverein. „Wir laufen etwa eine, bis anderthalb Stunden“, sagt Evelina Muntendorf. Zu den Spaziergängen kommen meist um die 30 Frauen. Viele sind neu nach Essen gezogen und suchen Anschluss. Doch auch Studentinnen oder Frauen, deren Freundeskreis sich verändert hat, kommen vorbei. „Wir haben von 20 bis 70 Jahren alle Altersgruppen dabei“, sagt Evelina. „Bevor wir loslaufen gibt es eine kleine Vorstellungsrunde und den Rest machen die Mädels selbst.“ Gesprächsstoff gibt es immer. Einige Frauen kommen seit zwei Jahren regelmäßig zu den Treffen, neue kommen immer wieder dazu.


Einfach vorbeikommen, mitmachen, eigene Ideen verwirklichen

Wichtig ist den beiden Initiatorinnen, dass die Treffen und Spaziergänge möglichst niedrigschwellig sind. Also, dass sie nichts oder nur wenig kosten und leicht zu erreichen sind. Und, dass sich die Frauen mit eigenen Ideen und Wünschen einbringen können. Denn nach zwei Jahren ist die Gruppe schon längst viel mehr als Walk and Talk: Neben den Spaziergängen gibt es zum Beispiel Perlen-Workshops, Strick- oder Häkel-Treffen, Workshops zu Finanz-Wissen, einen Buch-Club und Partys nur für Frauen. „Jetzt im Sommer haben wir ein Picknick organisiert“, sagt Evelina Muntendorf. „Und bald nehmen wir zusammen an einer Demo gegen Gewalt gegen Frauen teil.“ Eine Frau aus der Community hat eine Whatsapp-Gruppe gegründet, die mittlerweile 250 Teilnehmer*innen hat. „Dort können Frauen nach Begleitung suchen, wenn sie zum Beispiel was trinken wollen“, sagt Evelina. „Es gibt Untergruppen für Ausflüge oder Spiele-Treffen. So bleibt keine Frau allein, wenn sie es nicht will.“ 


Ehrenamt stärkt die Gemeinschaft

Aus einer einfachen Idee haben zwei ehrenamtlich Engagierte eine lebendige Gemeinschaft, einen Dritten Ort aufgebaut. Hier fassen Frauen Mut, sich einzubringen, mitzuarbeiten und ihre Stadt aktiv mitzugestalten. 
Für die Workshops und Vorträge ist die Essener Walk and Talk Gruppe immer auf der Suche nach einem Ort. Momentan haben sie einen Raum, den sie fast kostenlos nutzen können. „Spendengelder und Kooperationen helfen bei der Suche und der Nutzung von Räumen“, sagt Evelina. Ein eigener fester Ort für ihre Treffen im „Essen Girls Wohnzimmer“ fehlt der Gruppe noch. 
 

Engagement macht stark, weil …

wenn Frauen sich vernetzen, entstehen Ideen, Freundschaften, Mut und gesellschaftliche Veränderung in Richtung gleichberechtigter Teilhabe aller Menschen.

© Essen Girls Talk, Walk & Connect
© Essen Girls Talk, Walk & Connect
© Essen Girls Talk, Walk & Connect
© Essen Girls Talk, Walk & Connect