PROJEKT DER WOCHE
Maximilian-Kolbe-Werk e.V.
Das Maximilian-Kolbe-Werk wurde 1973 mit zwei großen Aufgaben gegründet: Es soll zur Verständigung und Versöhnung zwischen dem polnischen und dem deutschen Volk sowie mit anderen Ländern Mittel- und Osteuropas beitragen. Dabei soll es ganz konkret ehemalige KZ- und Ghettohäftlinge und deren Angehörige unterstützen.
Niemand hätte seinerzeit gedacht, welch langen Atem es für diese Aufgaben braucht: Heute noch vertrauen mehr als 20.000 KZ- und Ghettoüberlebende auf die Hilfe des Maximilian-Kolbe-Werks. Viele von ihnen brauchen diese Hilfe jetzt, in Alter, Krankheit und oft auch Einsamkeit, mehr denn je. Im Mittelpunkt der Arbeit steht der einzelne Mensch, seine persönliche Geschichte und seine leidvollen Erfahrungen zur Zeit des Nationalsozialismus. Der Kontakt von Mensch zu Mensch ist das Kernstück der Arbeit des Maximilian-Kolbe-Werks.
Die humanitären Dienste des Maximilian-Kolbe-Werks sind vielfältig. Sie reichen in Polen von finanziellen Beihilfen in Notsituationen, medizinischer Betreuung, häuslicher Pflege und Erholungsmaßnahmen bis hin zu regelmäßigen Hausbesuchen bei Kranken und Bettlägerigen durch ehrenamtlich Mitarbeitende aus Deutschland. Außerdem betreuen junge deutsche Freiwillige kranke und hochbetagte Überlebende.
1990 erweiterte das Maximilian-Kolbe-Werk seine Arbeit über Polen hinaus auf die Länder der früheren Sowjetunion. Hilfs- und Begegnungsprojekte führen das Werk regelmäßig zu KZ- und Ghettoüberlebenden in Russland, der Ukraine, Belarus, dem Baltikum und Moldawien. Angeboten werden zudem wohnortnahe Kuraufenthalte, die von Ehrenamtlichen aus Deutschland begleitet werden. Getragen vor allem durch private Spenden, Kollekten in Kirchengemeinden und projektbezogene Zuschüsse konnte das Maximilian-Kolbe-Werk in den zurückliegenden vier Jahrzehnten Hilfen in Höhe von mehr als 70 Millionen Euro vermitteln.
Neben der humanitären Arbeit engagiert sich das Maximilian-Kolbe-Werk gegen das Vergessen: Jährlich kommen rund 50 KZ- und Ghettoüberlebende zu Zeitzeug*innenprojekten nach Deutschland, um in Schulen und Jugendgruppen ihre Erinnerungen mit jungen Menschen zu teilen. Sie legen Zeugnis darüber ab, wie sie den Nazi-Terror am eigenem Leib und an eigener Seele erfahren haben. Tausende junger Menschen hören ihnen zu, um aus dem Wissen um die Vergangenheit für Gegenwart und Zukunft zu lernen. Darüber hinaus veranstaltet das Maximilian-Kolbe-Werk Lehrer*innenfortbildungen, Studienfahrten und Internationale Begegnungen für junge Journalist*innen in KZ-Gedenkstätten in Polen und Deutschland.
Das Maximilian-Kolbe-Werk ist Preisträger des Deutschen Engagementpreises 2014.












