PROJEKT DER WOCHE
Näh- und Handarbeitscafé "ZickZack" Projekte der Woche 2026
Im Näh- und Handarbeitscafé "ZickZack" entstehen nicht nur Kleidung und kreative Projekte, sondern auch Freundschaften: Wie aus einer Idee ein Ort der Begegnung, Gemeinschaft und Unterstützung wurde.
Gemeinschaft erleben durch Engagement
Das Näh- und Handarbeits-Café „ZickZack“ fand das erste Mal im September 2023 statt. Die Idee dazu hatte Karin Schulz de Kiriakos: „Ich war häufig im Café International der Caritas und habe mich darüber gefreut, Menschen kennenzulernen und deutsch zu üben“, sagt die 65-Jährige Venezolanerin. Schon bald wollte auch sie etwas beitragen und sich ehrenamtlich engagieren. „Ich habe ein Handarbeitstreffen vorgeschlagen. Denn ich kann nähen und stricken und bringe es gerne anderen Frauen bei.“ Bei Susanne Breitbach vom Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V. und Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses kam diese Idee sofort gut an. „Es gibt viele Frauen, die gerne nähen oder es lernen wollen. Und, die vielleicht wenig Geld haben und sich Näh-Kurs oder Materialien nicht leisten können“, sagt Susanne Breitbach. Gemeinsam mit Kolleginnen aus dem Migrationsdienst setzten sie sich zusammen und überlegten, was für ein regelmäßiges Treffen nötig ist und wie sie es organisieren. Sie sammelten Spenden, wie Stoffe, Nähmaschine, Stricknadeln und auch Geld ein.
Teilnehmerinnen entwickeln immer neue Ideen
Seitdem findet das Näh-Café ZickZack alle zwei Wochen statt. Die Teilnehmer*innen und Ehrenamtlichen organisieren Stoffe und Materialien, nähen sich Kleidung, schneidern und stricken. „Einmal brachte eine Teilnehmerin Lavendel mit“, sagt Karin Schulz de Kiriakos. „Daraus machten wir Lavendelsäckchen und verschenkten sie im Seniorencafé.“ Die Frauen haben viel Spaß, bringen Kuchen und Essen mit, lachen, erzählen, nähen und schneidern gemeinsam. Neue Ideen entstehen von ganz alleine. Aus alten CDs, Stoffresten und Knöpfen machten sie zum Beispiel Spielkarten-Halter für Kindergruppen, Kindergärten und Seniorenheime. „Unsere neuste Idee sind Lätzchen für Neugeborene“, sagt Karin Schulz de Kiriakos. „Wir nähen sie als Willkommensgeschenk für junge Eltern, die zur Schwangerenberatung der Caritas kommen.“
Aus einem gemeinsamen Interesse werden Freundschaften und Gemeinschaft
Heute ist das Nähcafé viel mehr als ein Näh-Treffen. Viele der Frauen sind seit Jahren dabei, unterstützen sich, neue Frauen kommen immer wieder hinzu, tauschen sich aus und überlegen sich gemeinsame Projekte. „Aus dem Nähcafé sind bereits echte Freundschaften entstanden“, sagt Susanne Breitbach von der Caritas. „Frauen, die sich vorher nicht kannten, treffen sich auch außerhalb der Näh-Café-Zeiten – bei uns oder woanders. Und sie helfen sich gegenseitig bei Problemen – darüber freue ich mich ganz besonders.“ Mit dem Näh-Café ist eine Gemeinschaft entstanden. Und das Engagement, die Verantwortung und das Gefühl etwas beizutragen stärkt die Ehrenamtlichen und Teilnehmerinnen gleichermaßen. Einige der Teilnehmerinnen sind heute selbst Ehrenamtliche im Mehrgenerationenhaus und haben eigene Projekte, die sie begleiten. „Ich freue mich sehr, dass wir die Ideen und das Engagement von Ehrenamtlichen unterstützen und verwirklichen können“, sagt Susanne Breitbach. So kommen Menschen über ein gemeinsames Interesse zusammen, es entstehen Freundschaften und Gemeinschaften.
Engagement macht stark, weil ...
unterschiedliche Fähigkeiten und Interessen gebündelt werden können und eine Einheit in Vielfalt und Kraft entsteht.













