PROJEKT DER WOCHE
Theater RambaZamba
Das RambaZamba Theater gilt heute als das wichtigste inklusive Theater in Europa. Seit der Gründung im Jahre 1991 (durch Gisela Höhne und Klaus Erforth) ist das Theater ein Vorreiter für inklusive Theaterarbeit gewesen - lange bevor der Begriff Inklusion überhaupt geprägt wurde.
Schon in den neunziger Jahren stand das RambaZamba Ensemble gemeinsam mit Schauspieler*innen aus dem Deutschen Theater Berlin auf der Bühne. Ausgangspunkt und Ziel sind die professionelle Theaterarbeit. Dadurch ermöglicht RambaZamba seinen Künstler*innen die gesellschaftliche Teilhabe gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention.
Die inklusive Arbeit findet auf unterschiedlichsten Ebenen statt. Von Anfang an arbeitete RambaZamba mit professionellen Künstler*innen zusammen, mit und ohne Behinderung. Ob Musik, bildende Kunst, Tanz oder Theater, RambaZamba hat eine eigene Ästhetik geschaffen und damit nicht nur die Theaterwelt nachhaltig verändert. Für RambaZamba war es überlebenswichtig, die Denkstrukturen und Normen der Gesellschaft in Bezug auf den Umgang mit Menschen mit Behinderung im professionellen Theater zu verändern.
Die Auseinandersetzung mit großen gesellschaftlichen Konflikten ist ein essentieller Bestandteil der Arbeit. RambaZamba hat sich immer mit genau diesen Fragen auseinandergesetzt und versucht, das Bewusstsein des Publikums zu verändern, Bestehendes nicht zu akzeptieren, sondern in Frage zu stellen. Das „Unmögliche“ möglich zu machen. Erst auf der Bühne und von da aus in alle gesellschaftsrelevanten Bereiche vordringend.
RambaZamba ist ein interdisziplinäres Theaterlabor, in dem zu unterschiedlichsten gesellschaftlichen Themen geforscht und experimentiert wird. Die Schauspieler*innen von RambaZamba und ihre besondere Fantasie, ihr spezieller künstlerischer Ausdruck sind ein wichtiger Bestandteil der Arbeit. Das Ensemble ist für RambaZamba ein zentrales Prinzip. Der Schauspieler oder die Schauspielerin steht im Mittelpunkt des Theaters. RambaZamba hat ein Ensemble von 35 festen Schauspieler*innen.
Erweitert wird das Ensemble regelmäßig mit Schauspieler*innen wie Meret Becker, Sebastian Brandes, Antonia Bill, Claudia Burckhard, Bruno Ganz, Eva Mattes, Ulrich Matthes, Max Raabe, Siemen Rühaak, Bernd Stempel, Angela Winkler oder Almut Zilcher. Die Zusammenarbeit von Schauspieler*innen mit und ohne Behinderung ist ein Schwerpunkt der Arbeit von RambaZamba, um das Prinzip von Inklusion weiter voranzutreiben und spannende künstlerische Begegnungen auf und hinter der Bühne zu ermöglichen.
Neben dem umfangreichen Repertoire – pro Spielzeit werden ca. 100 Vorstellungen im eigenen Haus gespielt – sind die Inszenierungen von Theater RambaZamba auf Gastspielen im In- und Ausland zu sehen. Einladungen führten das Ensemble unter anderem zu den Weltausstellungen nach Lissabon und Hannover, an das Akademietheater (die Dependance des Burgtheaters) nach Wien, nach Zürich, Graz, Rom und Versailles, nach München, Dresden, Hamburg und Leipzig.
Das Theater RambaZamba erhielt für sein Engagement bereits zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Förderpreis der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg (1996), den Deutschen KinderKulturPreis der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (1999), sowie den Internationalen Kulturpreis der BZ (2004).
Aufgrund ihrer „Verdienste um die Teilhabe behinderter Menschen am künstlerischen und gesellschaftlichen Leben“ wurde den Gründer*innen Dr. Gisela Höhne und Klaus Erforth im Jahr 2009 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.












