PROJEKT DER WOCHE
Vereint Bochum
Der Verein „Vereint Bochum“ schafft Orte der Begegnung und des Austauschs. Mit kreativen Formaten, offenen Treffen und echter Gemeinschaft will er Einsamkeit entgegenwirken – für ein solidarisches Miteinander in der Stadt.
Einsamkeit ist ein Gefühl, das viele Menschen betrifft – unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebenssituation. Trotzdem wird kaum darüber gesprochen. Dabei ist es ein Thema, das in unserer Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt. Genau hier setzt der Verein „Vereint Bochum“ an: Er will Menschen miteinander in Kontakt bringen, Räume für Begegnung schaffen und das Wir-Gefühl in der Stadt stärken.
Gegründet wurde der Verein 2024 von einer kleinen Gruppe engagierter Bochumer*innen, darunter der Landtagsabgeordnete Dr. Bastian Hartmann und die Gestalterin Sonja Israel. Sie alle eint die Überzeugung, dass Einsamkeit kein individuelles Versagen ist, sondern ein gesellschaftliches Problem, dem wir gemeinsam begegnen müssen. Auch der Fotograf Tim Kramer, Engagement-Botschafter 2025 der bundesweiten Kampagne „Engagement macht stark!“, gehört zu den Mitgründern – seine eigenen Erfahrungen mit Einsamkeit brachten ihn dazu, aktiv zu werden. Doch bei Vereint Bochum steht nicht die persönliche Geschichte Einzelner im Mittelpunkt, sondern das Miteinander.
Der Verein versteht sich als offener Treffpunkt für alle, die Anschluss suchen. Dabei geht es nicht um Hilfe „von oben herab“, sondern um echte Begegnung auf Augenhöhe. Niemand muss etwas leisten, um dazugehören zu dürfen. Stattdessen zählt das Interesse aneinander, das Teilen von Erfahrungen und das gemeinsame Tun. In einer Zeit, in der viele Menschen nur nebeneinander leben, möchte Vereint Bochum wieder Räume schaffen, in denen echtes Interesse und Nähe entstehen können.
Die Angebote des Vereins sind vielfältig: Es gibt Gesprächsformate, kreative Workshops, gemeinsame Spaziergänge oder einfach offene Treffen, bei denen man ins Gespräch kommen kann. Immer wieder wird der Blick auch auf kreative Ausdrucksformen gelegt – Kunst, Fotografie und Gestaltung spielen eine besondere Rolle. Das Ziel ist nicht, möglichst viele Angebote zu machen, sondern solche, die Menschen wirklich berühren. Besonders ist dabei, dass alles in einem respektvollen und wertschätzenden Rahmen stattfindet. Wer mitmachen möchte, ist herzlich willkommen – ob als Teilnehmende oder Ehrenamtliche.
Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt unter anderem von Prof. Dr. Maike Luhmann, Einsamkeitsforscherin an der Ruhr-Universität Bochum. Auch Anthony Losilla, Kapitän des VfL Bochum, unterstützt den Verein. Beide bringen unterschiedliche, aber sehr wertvolle Perspektiven ein: die akademische Expertise auf der einen Seite – und die praktische Erfahrung von Gemeinschaft auf dem Spielfeld auf der anderen.
Der Verein ist aus der Initiative „eigen.“ hervorgegangen – einem Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, das Thema Einsamkeit in Bochum sichtbar zu machen und die vielfältigen Erscheinungsformen sowie individuellen Bewältigungsstrategien dieses Phänomens aufzuzeigen. Vereint Bochum versteht sich als nachhaltige und strukturierte Weiterentwicklung dieser Idee. Der Verein setzt bewusst dort an, wo Einsamkeit entstehen kann, und will selbst Teil der Lösung dieser gesamtgesellschaftlichen Herausforderung sein.
Die Zukunft von Vereint Bochum soll vor allem eines: tiefgehender werden. Es geht weniger darum, größer zu werden, sondern darum, mehr Menschen wirklich zu erreichen und nachhaltige Beziehungen aufzubauen. Begegnung soll nicht auf einen Nachmittag beschränkt bleiben, sondern langfristig Vertrauen und Gemeinschaft entstehen lassen.
Dabei bleibt der Verein offen für neue Ideen und Menschen, die mitgestalten möchten. Wer sich für das Thema Einsamkeit engagieren will, braucht keine besondere Ausbildung – schon Zuhören, ein ehrliches Gespräch oder ein offenes Ohr können viel bewirken. Vereint Bochum zeigt, wie viel möglich ist, wenn Menschen sich gegenseitig stärken – und wie wir als Gesellschaft wieder näher zusammenrücken können.
Engagement macht stark, weil ...
man nicht nur anderen hilft, sondern auch selbst daran wächst.









